Chronik

Unsere Handballsparte

 

Die Anfänge des Handballsports des TSV Büsum lassen sich bis zum Jahre 1967 nur schwer rekonstruieren. Aus Erzählungen des Alt-Handball-Aktiven Hans Strüben lässt sich ableiten, dass bereits in den Jahren 1946/47 mit dem Feldhandball in Büsum begonnen wurde. Gespielt wurde auf dem Rasenplatz des damaligen Gymnasiums des heutigen Großparkplatzes am ZOB. Zur Mannschaft gehörten als Torwart Hermann Bautz, in der Verteidigung Willi Clasen und Willi Höber, in der Läuferreihe Werner von Hadel, Hans Strüben, Herbert Mathies. Im Sturm spielten Peter Carstensen, Martin Assmussen, Martin Paulsen, Peter Bolling und Werner Petznick. Spielertrainer war der Verteidiger Willi Clasen, der 1938 mit dem THW Kiel Deutscher Feldhandballmeister geworden war.

Zu einem ersten Höhepunkt in der Geschichte des Handballs wurde ein Pokalspiel gegen den FC St. Pauli am 19.10.1948, dass jedoch hoch verloren wurde.

In den 50er Jahren wurden dann bereits die ersten Spiele in der Halle ausgetragen. Spielorte waren  sowohl die Reitbahn an der Heider Fichtenhain-Rennbahn als auch die Carl-Diem-Halle. Damaliger Handball-Obmann war Walter Zepernik. Zu dieser Zeit spielte Siegfried Prehn, der über fast dreieinhalb Jahrzehnte das Handballgeschehen in Büsum maßgeblich prägte. Sigi Prehn war nicht nur Spieler, er stand stets als Schiedsrichter zur Verfügung, trainierte Jugend- und Seniorenmannschaften und war von 1974-1983 Handball-Obmann.

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen der Handballsparte existieren ab dem Jahr 1967. Handball-Obmann war seinerzeit Hans-Jürgen Schulz. In seinem ersten Bericht ist zu lesen, dass für die Hallensaison 1967/68 der TSV Büsum keine Mannschaft für den Spielbetrieb melden konnte, da viele bis dahin Aktive in andere Sparten wechselten. Anlässlich des 75jährigen Bestehens des TSV Büsum konnte auf Initiative von Siegfried Prehn der SV Eichholz zu einem Großfeld-Handballspiel gewonnen werden, das die Gäste aus dem Lübecker Randgebiet jedoch sicher mit 20:9 Toren gewannen.

Jürgen Schulz versuchte immer wieder die Sportlehrer an den Schulen dazu zu bewegen, dem Handballsport eine höhere Bedeutung zukommen zu lassen. Seine Bemühungen sollten bald die ersten Früchte tragen. Im Sommer 1968  konnte eine Spielvereinigung Büsum/Wesselburen in die Punktspielsaison gehen. Im Winter wurde in der Kreisklasse B gespielt und ein beachtlicher 3.  Platz errungen. 72 Mannschaften aus dem ganzen Kreisgebiet trugen ihre Spiele in der Carl-Diem-Halle in Heide aus. Es wurde in Turnierform 2×20 Min. ohne Pause gespielt. Nicht selten dauerte ein Spieltag von den frühen Morgenstunden bis in den Abend hinein.

Schon in diesen Jahren wurde der Ruf nach einer großen Sporthalle in Büsum laut.

In den nächsten Berichten von Obmann Hans-Jürgen Schulz stand immer wieder die mit Bedauern niedergeschriebene Feststellung:“In Büsum will sich der Handballsport einfach nicht recht entwickeln!“ 1971 zog Hans-Jürgen Schulz  zum Bedauern aller Aktiven seine Konsequenzen und legte das Amt als Spartenleiter nieder. Für ihn übernahm Rüdiger Chlouba die Aufgaben des Handball-Obmanns. Für die Saison 1971/72 konnte erstmals eine Herrenmannschaft in die Punktspiele gehen. Und als 1972 zusammen mit dem neuen Stadion ein Kunststofffeld in Betrieb genommen werden konnte, wurde die erste Jugendmannschaft auf die Beine gestellt. Schnell mauserte sich die damalige Jugend B zu einem Spitzenteam in Dithmarschen.

Drei Namen aus dieser ersten Jugendmannschaft sind über zwei Jahrzehnte fest mit dem Handballsport in Büsum verbunden geblieben: Rüdiger Stüven, Henning Hildener und Jürg Hollmann. Die Drei nahmen ehrenamtliche Funktionen in der Sparte wahr. Rüdiger Stüven führte 1987 die Männermannschaft als Spielertrainer zur Kreismeisterschaft und sorgte damit für den Aufstieg in die Bezirksliga. Jörg Hollmann war von 1983 bis 1990 Handball-Obmann und leitete die Geschicke der Sparte. Henning Hildener spielte noch immer aktiv in der 2. Herrenmannschaft, trainierte über viele Jahre Teams im Handballbereich und betätigte sich als Sponsor.

1974 legt dann auch Rüdiger Chlouba sein Amt nieder. Für ihn übernahm Siegfried Prehn kommissarisch die Handballabteilung. In der Saison 1974/75 unterstützte zum ersten Mal die Büsumer Geschäftswelt durch großzügige Spenden die aktiven Handballer.

Ab der Saison 1974/75 nahm der Handballsport in Büsum einen nicht voraussehbaren Aufschwung. Dieser Aufschwung ist vor allen Dingen mit dem Trainernamen Rolf Ziervogel verbunden. Schnell fanden sich vier Jugendmannschaften. Die Spiele der Männermannschaften auf dem kleinen Feld wurden nicht selten von hunderten Zuschauern verfolgt. Lohn war der erste Aufstieg in die Kreisklasse A.

1976 erfüllte sich dann für alle Handballer ein Traum. Die Mehrzweckhalle wurde eingeweiht. Ideale Trainingsmöglichkeiten standen zur Verfügung und die Heimspiele konnten endlich vor eigener Kulisse ausgetragen werden. In der Hallensaison 1976/77 konnte ein erheblicher Leistungsaufschwung verzeichnet werden. 1977 traten bereits 7 Mannschaften in die Punktspielrunde, darunter zum ersten  Mal eine weibliche Jugendmannschaft. 1978 wurde dann zum ersten großen Jahr im Büsumer Handball. Die Mannschaft wurde knapp vor dem Heider SV Kreismeister und schaffte den Aufstieg in die Bezirksliga. Nach nur dreijährigem Training hatte Spielertrainer Rolf Ziervogel die Mannschaft von der Kreisklasse B in die Bezirksliga geführt. In den Jahren danach entwickelte sich der TSV  Büsum zu einer Fahrstuhlmannschaft. Dem Aufstieg folgte der Abstieg in die Kreisliga. Ein Jahr danach wurde man wieder souverän Kreismeister um dann jedoch wieder zu erkennen, dass die Anforderungen in der Bezirksliga zu hoch waren.

Durch eine kaum zu übertreffende Arbeit in der Jugendabteilung schaffte Rolf Ziervogel aber eine gewisse Kontinuität, die dazu führte, dass 1979 neun Mannschaften an den Punktspielen teilnahmen. Rüdiger Stüven trainierte 1979 die erste Frauenmannschaft. Erste Kreismeisterehren für den TSV Büsum sammelte die männliche Jugend E, die diesen Titel ununterbrochen in den Jahren 1978/79 und 1980 einfuhr.

Jubelnd konnte Handball-Obmann Prehn 1980 im Jahresbericht niederschreiben, dass die Herrenmannschaft erneut Kreismeister wurde und in die Bezirksliga West aufgestiegen war, die Frauenmannschaft den Sprung in die Kreisliga schaffte, die männliche Jugend A nach nur einjähriger Zugehörigkeit zur Bezirksklasse der Bezirksliga angehörte. Die weibliche Jugend A in die Bezirksliga aufstieg, die Jugend D Kreismeister wurde genau wie die Jugend E. Der TSV Büsum wurde im Handball-Dithmarschen zu einer festen Größe. Zehn Mannschaften nahmen am Spielbetrieb teil.

Für ein Jahr spielten die Frauenmannschaften in der Bezirksliga und erstmals holte die Jugend D 1981 einen Bezirksmeistertitel nach Büsum. Hier hatte Trainer Ziervogel eine Mannschaft aufgebaut, die in allen Altersklassen Bezirksmeister werden sollte und nicht zuletzt das Gerüst für eine erfolgreiche Männerarbeit Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre bildete. Namen wie Klaus Rehn, Thomas Kruse, Lars Ziervogel, Jan-Wilhelm Thiede, Kai Bröcker, Martin Brandt und Steffen Schneider sind nur Einige, die maßgeblich Anteil an den großen Erfolgen hatten.

1983 übernahm Jörg Hollmann die Aufgabe des Handball-Obmanns von Siegfried Prehn. Zu diesem Zeitpunkt hatte der TSV Büsum zwölf Mannschaften gemeldet, so viele wie nie zuvor. Absoluter Höhepunkt war in diesem Jahr der Aufstieg der weiblichen Jugend A in die Oberliga Schleswig-Holstein. In der Mannschaft, die bis dahin für den größten Erfolg in der Geschichte des Handballs im TSV Büsum sorgte, spielten: Im Tor Martina Winkler und Nina Ziervogel. Im Feld Bettina Rehn, Helga Thünemann, Monika Lütje, Beate Haß, Ulrike Schlichting, Ose Schirrmacher, Corinna Lehmann, Silke Paulsen. In der Oberligasaison kamen Inken Masuch, Inken Wehrmann, Irene Heldt, Tanja Springer, Annette Will und Christiane Courkamp hinzu. Leider stieg das Team 1984 aufgrund der schlechten Tordifferenz unglücklich wieder ab. Einen großen persönlichen Erfolg hatte Bettina Rehn für sich errungen. Sie wurde Landesauswahlspielerin und vertrat Schleswig-Holstein bei einigen Turnieren. Später wechselte sie zum Damen-Oberligisten MTV Heide.

Im Jahr 1984 trat dann eine Stagnation im Handball des TSV Büsum ein. Die großen Erfolge der Vorjahre konnten nicht wiederholt werden. Der einzige Erfolg war der Aufstieg der Männer-II-Mannschaft in die Kreisliga, so dass zwei Teams das TSV Büsum in der Kreisliga vertreten waren.  Bettina Rehn schaffte erneut den Sprung in die Landesauswahl wie auch der damals B-Jugendliche Lars Ziervogel.

Großes Augenmerk wurde in dieser Zeit bei den Handballern der Ausbildung von Schiedsrichtern beigemessen. Mit dem Gespann Thomas Schmidt und Jörg Hollmann pfiff ein Gespann auf Bezirksebene, sieben weitere Schiedsrichter waren auf Kreisebene tätig. In den nächsten Jahren machte eigentlich die „Handballpolitik“ Schlagzeilen. Ein Modell, um leistungsbezogenen Handball in Dithmarschen zu fördern, zwischen dem TSV Büsum und MTV Heide scheiterte 1986 leider. Der TSV Büsum stellte seine erfolgreiche B-Jugend, die 1985 Bezirksmeister geworden war, für die Jugend-A-Oberliga-Mannschaft des MTV Heide ab. Der MTV Heide lehnte ein Jahr später jedoch die fest vereinbarte Gründung eine Spielvereinigung der beiden Vereine ab. Vom TSV Büsum schafften jetzt neben Lars Ziervogel auch Jan-Wilhelm Thiede und Steffen Schneider den Sprung in die Landesauswahl. Große Beachtung fand 1986 im April der Verbandstag des Handballverbandes Schleswig-Holstein im Büsumer Kurgastzentrum. Für die Ausrichtung und die Organisation dieses Verbandstages ernteten die Verantwortlichen des TSV Büsum Anerkennung von allen Seiten.

Inzwischen befanden sich leider nur noch vier Mannschaften im Spielbetrieb. Der „Pillenknick“ machte sich im Jugendbereich stark bemerkbar. Ab 1987 setzte der Handball des TSV Büsum zu einem erneuten Höhenflug an. Unter Führung Ihres Spielertrainers Rüdiger Stüven errang die Männermannschaft den Kreismeistertitel und stieg in die Bezirksliga auf. Die männliche Jugend A wurde Bezirksmeister, die männliche Jugend B Kreismeister. Nachdem Rüdiger Stüven aus beruflichen Gründen Büsum verließ, verpflichtete man als neuen Trainer Günter Bielenberg aus Meldorf, der als der erfahrenste und erfolgreichste Trainer in Dithmarschen galt. Seine Arbeit, verbunden mit der intensiven Aufbauarbeit in der Jugend von Rolf Ziervogel, sollte bald Früchte tragen.

Im ersten Jahr der Zugehörigkeit zur Bezirksliga belegten die Büsumer Männer einen glänzenden vierten Tabellenplatz und verfehlten nur um einen Punkt die Aufstiegsrunde zur Oberliga. Beim Spitzenspiel gegen die SG Kollmar-Neuendorf fanden über 300 Zuschauer den Weg in die Mehrzweckhalle.

Die Damenmannschaft hielt sich in diesen Jahren stets im Mittelfeld der Kreisliga. Herauszuheben ist, dass Helga Thünemann dreimal nacheinander Torschützenkönigin der Kreisliga wurde. 1990 musste dann die Damenmannschaft abgemeldet werden.

1989 wurde die Männermannschaft erstmals Bezirksmeister und scheiterte mit Klaus Rehn, Joachim Schmidt und Jochen Kock im Tor, sowie Günter von Garrel, Hans von Hemm, Peter Rose, Kai Bröcker, Thomas Kruse, Jan Holm, Jan-Wilhelm Thiede, Lars Zievogel, Thomas Schmidt und Peer Gaida nur haarscharf am Aufstieg in die Oberliga. Bis 500 Zuschauer verfolgten die Aufstiegsspiele in der Büsumer Mehrzweckhalle und trieben ihre Mannschaft zu Höchstleistungen an. Neben dem Bezirksmeistertitel wurde die Mannschaft Kreispokal- und Bezirkspokalsieger. In den Jahren 1989 und 1990 schaffte der TSV Büsum im Pokal Einmaliges. Über 16 Pokalspiele hinweg blieb die Mannschaft ungeschlagen, schlug dabei Oberligisten und die Regionalliga-Spitzenmannschaft von Flensburg-Handewitt  vor heimischen Publikum und konnte erst im September 1990 in der ersten DHB-Pokal-Hauptrunde durch den Bundesligisten VfL Bad Schwartau gestoppt werden.

Erstmals wurde eine Sportveranstaltung des TSV Büsum live im Radio übertragen. In Konferenzschaltung mit dem anderen Pokalsieger THW Kiel gegen TUSEM Essen berichtete Radio Schleswig-Holstein aus der Büsumer Mehrzweckhalle. Außerdem wurde ein Zusammenschnitt des Spiels am nächsten Tag im Fernsehen auf RTL plus gezeigt. Trotz der hervorragenden Leistung im Pokal schafften die Handballer des TSV Büsum 1990 nur den dritten Rang in der Bezirksliga und verpassten somit die Aufstiegsrunde. Dennoch waren weitere Höhepunkte 1990 angesagt. Im Februar war der deutsche Vizemeister THW Kiel zu einem Freundschaftsspiel in Büsum zu Gast. Vor einer Rekordkulisse von 550 Zuschauern unterlag der TSV Büsum nach einer großartigen Leistung und einer 14:10-Halbzeitführung schließlich mit 25:30 Toren gegen den renommierten Bundesligisten. Im Dezember verlor man in einem Ablösespiel für die nach Flensburg gewechselten Klaus Rehn und Thomas Kruse gegen den Zweit-Bundesligisten Flensburg-Handewitt mit 17-24 und zog sich dabei mehr als achtbar aus der Affäre. Das Handballjahr 1990 wird für Spieler und Verantwortliche ein unvergessenes Jahr bleiben.

Im Jugendbereich ging es auch wieder aufwärts. Man konnte inzwischen wieder vier bzw. fünf Mannschaften in den Spielbetrieb melden. Auch eine Damenmannschaft ging 1991 wieder an den Start. Das Männerteam setzte seine Erfolgsserie fort, obwohl Leistungsträger Günter von Garrel nur noch für die zweite Mannschaft zur Verfügung stand. 1991 wurde das Team um Trainer Günter Bielenberg überraschend erneut Bezirksmeister, scheiterte aber in der Aufstiegsrunde zur Oberliga deutlich. Das Team wurde zum dritten Mal in Folge Kreispokalsieger, musste aber in der zweiten Pokalrunde auf norddeutscher Ebene gegen die SG Flensburg-Handewitt II, die mit Thomas Kruse und Klaus Rehn in Büsum antrat, die Segel streichen.

Volker Claussen übernahm 1990 die Aufgaben des Handball-Obmanns von Jörg Hollmann, der nach Eckernförde verzog.

Einen besonderen Leckerbissen präsentierte die Handballabteilung ihren Fans zum 100jährigen Vereinsjubiläum: Keine geringeren als die Handball-Weltmeister von 1978 liefen am 01.05.1992 in der Büsumer Mehrzweckhalle auf und sorgten vor rund 500 Zuschauern mit toller Vorstellung für ein glanzvolles Handball-Fest. Der 30:20-Sieg des Star-Ensembles von Heiner Brand, Manfred Hofmann, Manfred Freisler, Horst Spengler & Co. war dabei völlig nebensächlich. Auch der unvergessliche Jo Deckarm ließ sich den Besuch im Nordsee-Heilbad nicht entgehen.

Auch in den kommenden Jahren machte das Männerteam weiter Furore. In den Jahren 1993 bis 1996 (davon 1994 zum dritten Mal Bezirksmeister) wurden sie ständiger Teilnehmer an der begehrten Oberliga-Aufstiegsrunde. Hier zeigte das Team, das zwischenzeitlich von Rolf Ziervogel übernommen wurde, vor großen Zuschauerkulissen zwar beachtliche Leistungen, aber es sollte nicht zum großen Sprung in die Oberliga reichen. Vielleicht lag es auch daran, dass der Bezirk West der leistungsschwächste Bezirk in Schleswig-Holstein war und der TSV in den regulären Punktspielen nicht immer ausreichend gefordert wurde.

Mit dem neuen Trainer Hans von Hemm zitterte man in der Saison 1996/1997 bis zum letzten Spiel, wo man mit Tura Meldorf punkt- und torgleich auf den Plätzen zwei und drei lag. Mit einer Energieleistung drehte die Mannschaft den 10:11-Pausenrückstand in Münsterdorf in einen 25:16-Erfolg um und erreichte die Vizemeisterschaft und den kostbaren zweiten Rang. Bei der siebten Teilnahme ging zwar das erste Spiel gleich zu Hause verloren, aber dann folgten fünf Siege und der Traum von der Oberliga wurde wahr! Als i-Tüpfelchen wurde man dann noch vom TSV Tönning zu einem Freundschaftsspiel gegen den frischgebackenen EHF-Cup-Gewinner SG Flensburg-Handewitt verpflichtet. Auch hier begleiteten über 100 Anhänger die Mannschaft in die Tönninger Sporthalle. Das Team wehrte sich nach Kräften, unterlag aber deutlich mit 21:37 Toren.

Die Oberligasaison 1997/1998 stand unter keinem günstigen Stern! Mit Führungsspieler Jan Holm (in die „Zweite“) und Norbert Thießen (nach Hamburg) verließen wichtige Leistungsträger die Truppe. Als Neuzugänge kehrten mit Sven Wimmer (vom MTV Heide) und Klaus Rehn (nach seinen Bundesligastationen SG Flensburg-Handewitt, TSG Altenhagen Bielefeld und VFL Fredenbek) nur zwei alte „Büsumer“ zurück. Weitere Neulinge konnten leider nicht für den TSV Büsum begeistert werden, da innerhalb der Abteilung auch Einigkeit darüber bestand, keinen finanziellen Kraftakt zu vollbringen. Zudem dezimierte sich der ohnehin nicht große Kader durch die langwierigen Verletzungen von Andre Schimmer und Peer Gaida weiter. Als logische Konsequenz sammelte man magere 4 Pünktchen in der Oberligasaison und musste den Gang zurück in den Bezirk antreten.

Allein sechs Stammspieler verabschiedeten sich aus den verschiedensten Gründen von der Bezirksligamannschaft und auch Hans von Hemm übte sein Traineramt nicht weiter aus. Auch mangels Alternativen sagte schließlich Thomas Schmidt als Spielertrainer zu. Zusätzlich machte Andre Schimmer, der aufgrund seiner Knieverletzung seine aktive Karriere beenden musste, die Betreuung bei den Spielen. Aufgrund der dünnen Spielerdecke setzten die Verantwortlichen ganz auf den Nachwuchs. Hatten sie in den letzten Jahren immer über fehlende Chancen in der „Ersten“ geklagt, so wurden sie jetzt „ins kalte Wasser geworfen“. An Spitzenränge war jetzt nicht zu denken, aber mit dem 9. Rang wurde die Bezirksliga sicher gehalten.

Aber die Abteilung bestand in diesen Jahren nicht nur aus der „Ersten“. Die „Zweite“ spielte ohne Unterbrechung in der Kreisliga und „wehrte“ sich mit Erfolg gegen den Aufstieg in die nächsthöhere Bezirksklasse. Quasi ohne Training lag bei ihnen eine erhöhte Konzentration auf den Pokalspielen. Mit einer gesunden Mischung aus Routiniers und Jungfüchsen holten sie manchen Kreispokalsieg bzw. sogar den Bezirkspokal wiederholt an die Nordsee.

1991 kam sogar eine dritte Herren-Mannschaft hinzu. Hier hatten sich Väter von Aktiven zusammengefunden, um ihren Kindern nachzueifern. Mehrere Jahre spielten sie meist in der Kreisklasse. Der große Erfolg blieb zwar aus, aber sie holten auch den einen oder anderen Punkt in den Punktspielen. Wichtiger als der Punktestand war den „Oldies“ jedoch der Spaß und die Geselligkeit an diesem Hallensport.

Die Damen errangen 1993 mit Trainer Thomas Schmidt den Kreismeistertitel und konnten ein Jahr später den Klassenerhalt in der Bezirksliga feiern. Zwar ging es danach wieder eine Etage tiefer, aber in den kommenden Jahren entwickelte sich das Team zu einer Spitzenmannschaft in der Kreisliga.

Mit dem Namen Volker Claussen als Obmann wird auch der Jugendhandball eng verbunden bleiben. Hatte die Sparte Anfang der 90er Jahre lediglich zwei Jugendmannschaften, so verfolgte er zielstrebig das Ziel, bis zum Jahr 2000 alle Jugendklassen männlich und weiblich besetzen zu können. Langsam aber stetig steigerte sich die Anzahl der Jugendteams. Erste Erfolge stellten sich dann 1995 ein. Die weibliche Jugend D von Trainer Willi Rose holte sich den Bezirksmeistertitel und wurde in eigener Halle Dritter bei den Landesmeisterschaften.

Noch erfolgreicher war die männliche Jugend C unter ihren Trainern Thomas Schmidt und Björn Harnack. Nach der Bezirksmeisterschaft holte die Mannschaft 1998 mit Erfolgen über LT Lübeck (12:11), TSV Kronshagen (15:14) und SZ Ohrstedt (21:12) völlig überraschend den Landesmeistertitel nach Dithmarschen. Zusätzlich hatten sich die Jungs durch diese Meisterschaft die Berechtigung erworben, an den Nordostdeutschen Meisterschaften teilzunehmen. Diese fanden ausgerechnet in Büsum statt und auch hier „verkauften“ sich die Büsumer Jungs eindrucksvoll. Nach einer 12:18-Niederlage gegen den späteren Turniersieger HG Norderstedt, ein 16:16-Unentschieden gegen den VfB Hermsdorf, ein deutliches 12:23 gegen das Sportinternat „Post Schwerin“ und den abschließenden 15:14 über SV Lok Rangsdorf hatten sie nach zwei anstrengenden Tagen einen respektablen vierten Rang erreicht.

Beteiligt waren folgende Spieler: Björn Beckmann, Sven Beckmann, Sebastian Franz, Jan-Freerk Hoek, Jan Jasper, Kevin Kock, Nils Köther, Neel-Heinrich Schoof, Hartwig Schoof, Sören Sievers, Martin Wehlan, Michael Welsch, Christoph Wilstermann, Malte Zepernick und Hajo Hoek.

Aus diesem Kader konnten sich Björn Beckmann, Sebastian Franz, Michael Welsch und Kevin Kock nach mehren Sicherungslehrgängen für die Landesauswahl qualifizieren.

Nicht viel weniger erfolgreich war die weibliche Jugend D, die ebenfalls den Bezirksmeistertitel gewann. Bei den Landesmeisterschaften wurden den Mädchen von Thomas Schippmann und Christa Ufen dann aber klar die Grenzen aufgezeigt. Der Kader bestand aus: Julia Voigt, Stephanie Neubauer, Dorit Schwanke, Anke Fredrich, Annamaria Tratzmiller, Anja Wandt, Svenja Johannsen, Kerstin Gehrtz, Susen Krause, Nina Schröder, Meike Ufen, Isa Kahlke.

1999 wurde dann die Zielsetzung erfüllt, alle Jugendklassen zumindest einfach zu besetzen.

Als „Krönung“ des Ganzen qualifizierte sich die männliche Jugend A als zweite Jugendmannschaft des TSV  für die höchste Spielklasse Schleswig-Holsteins. Verstärkt mit den beiden Neuzugängen Jens Stüdemann (VfL Kellinghusen) und Auswahlspieler Dennis Tretow (RW Kiebitzreihe) setzten sie sich in der Qualifikation durch, obwohl in dem eingesetzten Aufgebot gerade einmal zwei A-Jugendspieler zu finden waren.

Trotz eines Fehlstarts hatte die A-Jugend schon bald nichts mehr mit den direkten Abstiegsplätzen in der Oberliga zu tun. Die Saison endete mit dem 6. Platz bei 18:18 Punkten. Eine bessere Platzierung machte die Doppelbelastung in der B-Jugend zu Nichte. Allein sieben B-Spieler gehörten zum Kader der Oberligatruppe. Auch hier machte sich der zunehmende Kräfteverschleiß am Schluss bemerkbar. Beim Halbfinale um die Landesmeisterschaft fehlten gegen den TSV Kronshagen (19:18 bzw. 15:17) die entscheidenden Körner.

Die weibliche Jugend E mit ihrer Trainerin Jessica Claussen brachte nach nervenaufreibenden Spielen gegen die HSG Itzehoe einen weiteren Bezirksmeistertitel nach Büsum.

Auch die 1. Herrenmannschaft profitierte jetzt von der konsequenten Jugendarbeit. Bis zu vier A-Jugendliche sammelten in dem Ensemble, wo jetzt Günther von Garrel das Zepter zwang,   Erfahrung. Mit 16:28 Zählern belegte man den neunten Rang und ließ wie erhofft die drei Absteiger hinter sich.

Ende 2000 gab es einen Wechsel in der Führungsetage. Volker Claussen konnte das zeit- und arbeitsintensive Amt des Obmannes nicht länger mit seinen beruflichen Verpflichtungen koordinieren und gab den Posten an Björn Harnack weiter. Mit seinem Engagement und seinem Einsatz hatte er den stetigen Aufschwung in den 11 Jahren seiner Amtszeit eingeleitet.

Mit gerade mal sieben Herren-Spielern (davon zwei Torhütern) ging die 1. Herrenmannschaft in die Saison 2000/2001. Der Rest sollte mit den talentierten A-Jugendlichen aufgefüllt werden. Aber verstärktes Verletzungspech sorgte im Laufe der Saison dafür, dass zeitweise nur noch zwei Feldspieler aus dem Männerbereich im ohnehin engbestückten Kader standen. Die Doppelbelastung machte sich für die hauptsächlich aus dem jüngeren Jahrgang stammenden Jugendlichen immer mehr negativ bemerkbar, so dass der Beschluss des Handballvorstandes im Januar, der Rückzug aus der Bezirksliga, die einzig richtige Entscheidung war.

So hatten die A-Jugendlichen wieder den Kopf frei für ihre eigentliche Aufgabe: Mit 26:10 Punkten „erklomm“ man recht souverän die Spitze in Schleswig-Holsteins Elite-Liga. Diese stellte gleichzeitig die Krönung für die Trainertätigkeit von Thomas Schmidt, der das Team seit Anfang an trainierte, dar. Die männliche Jugend A schrieb ein neues Kapitel Sportgeschichte beim TSV Büsum und qualifizierte sich für die Regionalliga Nordost, der höchsten Spielklasse auf Bundesebene.

Auch hier sorgten sie in der Hinserie zunächst mit beachtlichen 10:8 Punkten für Furore und nutzten den Vorteil ihrer eingespielten Mannschaft gegen die meist erst in der A-Jugend zusammengestellten Mannschaften (u.a. die Bundesligisten Kiel, Flensburg, Bad Schwartau und Schwerin). In der Rückserie hatten sich diese Teams dann eingespielt und auch der Überraschungsmoment war leider dahin. Der Abstieg mit 14:22 Punkten (8. Platz in der Zehner-Liga) war zwar schade, allerdings waren die Leistungsträger altersbedingt ohnehin der Jugend entwachsen.

Ihr Meisterstück machte die „Zweite“ in der Kreisliga. Mit 26:6 Punkten hatte der Mannschaftsverantwortliche Steffan Okon anscheinend die richtige Mischung zwischen jungen und routinierten Spielern gefunden. Dieser Titelgewinn erwies sich im Nachhinein als Glücksfall: Der Bezirk hatte die Bezirksklasse aufgelöst und so sicherte man der „Ersten“ automatisch einen Platz in der Bezirksliga.

Mit neuem Trainer (Wolfgang Denecke) und neuem Elan ging die „Erste“ in die Saison 2001/2002. Zwar erreichte das Team nach der Teilung der Bezirksliga nur die Abstiegsrunde; hier jedoch schlossen sie auf dem 1. Platz ab. Die gute Stimmung hielt nicht lange und wurde in der nächsten Saison aus mehreren Gründen immer schlechter. Durch den „Rücktritt“ eines Spielers entschied sich auch der Coach Wolfgang Denecke, sein Engagement beim TSV zu beenden. Interimstrainer Hans von Hemm konnte einige junge Spieler wieder für die „Erste“ gewinnen und sicherte so den Klassenerhalt. Zudem holte man gegen den Favoriten HSG Marne/Brunsbüttel mit 23:22 Toren den „Pott“.

Die männliche A-Jugend konnte in der folgenden Saison aufgrund des vorhandenen Spielermaterials erwartungsgemäß die Oberliga nicht halten und stieg mit 4:32 Punkten ab.

Mit dem Hohenfelder Heinz-Werner („Toffi“) Tretow übernahm im Sommer 2003 der Wunschkandidat das Traineramt in Büsum. Er war kein Unbekannter; spielte doch sein Sohn Dennis drei Jahre lang erfolgreich in der A-Jugend. Mit dem Gewinn des Bezirkspokales hatte er gleich einen gelungen Einstieg. Auch die 0:4-Startpunkte brachte die junge Truppe  nicht aus dem Konzept und man erreichte wieder die Meisterrunde (6. Platz).

Auch die Damen machten in der Saison 2003/2004 von sich reden. Nach langen Jahren mit knapp verpassten Meisterschaften holte die Truppe um Trainer Thomas Schippmann den Titel nach Büsum. In einem Entscheidungsturnier in Heide, das aufgrund dreier punktgleicher Mannschaften erforderlich wurde, hatte man die Nase vorn. Auf den Aufstieg in die Bezirksliga wurde verzichtet.

Zum Favoritenschreck entwickelte sich die „Zweite“ im Bezirkspokal. Die Bezirksligisten MTV Horst und Rot-Weiß Kiebitzreihe zogen gegen die Routiniers den Kürzeren und der Pokal verblieb ein weiteres Jahr (diesmal im Besitz der „Zweiten“) in Büsum.

Die erste Herrenmannschaft war in der Saison 2004/2005 im Bezirk das Maß der Dinge. Obwohl eine der jüngsten im Bezirk, wirkte das Team auch in schwierigen Situationen sehr abgeklärt. Mit gerade mal vier Minuspunkten wurden Toffi`s Jungs vollkommen verdient Bezirksmeister. Nach neun Jahren sollte wieder eine Aufstiegsrunde zur Oberliga mit Büsumer Beteiligung stattfinden.

In einer dramatischen Runde gelang im letzten Spiel durch einen Sieg in Geesthacht und der Schützenhilfe des THW Kiels 2 der Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. Dieser bedeutete ein Entscheidungsspiel in neutraler Halle gegen die SG Husum-Schobüll. In Alt Duvenstedt unterstützten über 100 Fans ihren TSV und Klaus Rehn war es vorbehalten, durch einen gehaltenen Siebenmeter Sekunden vor Schluss, den Oberliga-Aufstieg (28:27) festzuhalten.

In der nächsten Saison 2005/2006 hatte „Toffi“ Tretow mit den gleichen Schwierigkeiten wie in der vergangenen Spielrunde zu kämpfen, nur dass diese Probleme sich in der landeshöchsten Spielklasse nicht ohne weiteres kompensieren ließen. Die Mannschaft konnte hauptsächlich nur am Freitag vernünftig trainieren, außerdem kam Verletzungspech dazu. Aufgrund des erhöhten Spieltempos und der Spielintensität blieb so nur der 12. Platz unter 14 Mannschaften und damit war der Abstieg aus der Oberliga besiegelt. Es war für die junge Truppe ein tolles Erlebnis und zugleich ein kleiner Abschluss der überaus erfolgreichen Jahrgänge 1982 – 1984, da viele berufsbedingt aufhören mussten.

Die Damen wiederholten ihren Meistertitel und verabschiedeten ihren Trainer Thomas „Schippi“ Schippmann standesgemäß, der nach etlichen Jahren als Damentrainer aufhörte.

Auch die „Zweite“ wurde 2006 souverän Meister der Kreisliga. Darüber hinaus zogen sie erst im Kreispokal im Finale gegen die Bezirksliga-Spitzenmannschaft HSG Weddingstedt/Hennstedt/Delve den Kürzeren.

Die dritte Herrenmannschaft nahm aufgrund der großen Anzahl von Spielen nicht am Punktspielbetrieb teil und konzentrierte sich mehr auf ihren montäglichen Trainingsabend.

Die Damen konnten zur Saison 2006/2007 die Handballlegende Rolli Ziervogel als Trainer gewinnen und musste nur der mit ehemaligen Zweitligaspielerinnen spielenden HSG Marne/Brunsbüttel den Vortritt lassen.

Die „Erste“ sicherte sich mit dem 6. Platz die Qualifikation für die neue Landesliga. Nach vier erfolgreichen Jahren trennten sich zum Saisonende die Wege der Büsumer Handballer und „Toffi“ Tretows, der wieder näher an seinem Wohnort tätig werden wollte.

2007 war geprägt von der Strukturreform des Handballverbandes Schleswig-Holstein. Die vier Bezirke im Land wurden aufgelöst; den fast zwei Jahrzehnte aus den Kreisen Steinburg und Dithmarschen bestehenden Bezirk West gab es nicht mehr. Aus den Kreisen Dithmarschen, Nordfriesland, Schleswig und Flensburg wurde die neue „Region Nord-Nordsee“ gebildet. Es sollte keinen  starren Kreisgrenzen mehr geben, sondern nach regionalen Gesichtspunkten zusammengestellte Staffeln.

Durch diese Strukturreform konnte auch die männliche Jugend A unter Leitung von Hans von Hemm trotz eines dritten Platzes in der Bezirksliga die Voll-Qualifikation spielen und qualifizierte sich nach drei spannenden Turnieren für die Oberliga.

Einen Kreismeistertitel gab es noch für die weibliche Jugend D mit Trainer Kai Glauß und Co-Trainerin Nicole Schröder.

In der „neuen“ Landesliga mussten die Dithmarscher Vereine 2007/2008 die Stärke der anderen Kreise schmerzlich am eigenen Leib erfahren. Alle drei Absteiger kamen aus unserem Kreis; darunter auch die „Erste“, die wieder von Thomas Schmidt trainiert wurde. Das Training fand zusammen mit der A-Jugend statt, da diese leistungsstarken Jugendlichen auch bereits mit aushalfen. In der Oberliga belegte die A-Jugend den 9. Platz.

Souveräner Kreismeister wurde die „Zweite“. Ärgerlich nur, dass im letzten Punktspiel durch eine Niederlage bei den Routiniers der HSG Weddingstedt/Hennstedt/Delve die ansonsten weiße Weste beschmutzt wurde.

Die erste Herrenmannschaft belegte in der Kreisoberliga den zweiten Tabellenplatz und erreichte somit klar die Qualifikation für die neue, eingleisige Kreisoberliga. Außerdem gewannen sie nach längeren Jahren mal wieder den Kreispokal.

In diesen Jahren fiel es Obmann Björn Harnack immer schwerer, alle Altersklassen zu besetzen. Die demografische Entwicklung und die Probleme, die G-8 für die Jugendlichen so mit sich bringt, gingen auch an der Handballabteilung nicht spurlos vorbei.

Berichtenswertes aus der Saison 2009/2010 war der Kreismeistertitel der weiblichen Jugend D mit ihren Trainern Jan Holm und Kim Ole Beck.

Nach einer durchwachsenen Vorsaison (31:21 Pkt.) war die erste Herrenmannschaft in der Punktspielrunde 2010/2011 wieder im Aufwind. Zwar wurde man vom TSV Lindewitt auf der Zielgeraden noch abgefangen, aber auch der zweite Rang (44:8 Zähler) berechtigte zum Aufstieg in die Landesliga.

In seiner fünften Saison als Trainer unserer ersten Herrenmannschaft erntete Thomas Schmidt die Früchte der (Jugend)Arbeit, die er in den letzten zwei Jahrzehnten geleistet hatte. Bis auf zwei Ausnahmen hatten alle Spieler des Kaders irgendwann in der Büsumer Jugend gespielt. Das honorierten auch die Büsumer Zuschauer, von denen regelmäßig über 250 die Heimspiele zu einem Spektakel werden ließen. Die Mannschaft dankte es ihnen und der Aufsteiger machte in der Saison 2011/2012 in der Landesliga mit 39:5 Punkten einen Durchmarsch in die Schleswig-Holstein-Liga.

Aufgebaut wurde zusätzlich ein „Junior-Team“, wo die aufgerückten A-Jugendlichen der Vorsaison spielten. Dieser Unterbau ließ die älteren Gegner in der Kreisliga gehörig ins Schwitzen kommen und holte mit 22:14 Punkten einen tollen vierten Rang.

Die eigentliche „Zweite“ holte sich den verdienten und erwarteten Meistertitel in der Kreisklasse Nordfriesland/Dithmarschen.

Aber es gab in dieser Saison auch etwas Betrübliches: Der TSV konnte keine Damenmannschaft an den Start schicken. Leider wagten zu wenige A-Jugendliche den Sprung in den Seniorenbereich.

Ein markantes Datum in der Historie war der 26.01.2012: Nachdem Teile der Deckenverkleidung der Mehrzweckhalle sich gelöst hatten und herunterzufallen drohten, musste die Halle gesperrt werden! Für Obmann Björn Harnack bedeutete es enormen Mehraufwand, die anstehenden Spiele zu verlegen. Auch mussten teilweise Heimspiele in Heide (!) ausgetragen werden. Die Hallensperre dauerte ca. sechs Wochen.

Auch in der Schleswig-Holstein-Liga ging der Höhenflug der „Ersten“ weiter. Als Aufsteiger hatte man früh den Klassenerhalt gesichert und mit einem ausgeglichenen Punktekonto langte es zum respektablen 5. Platz. Die Heimspiele mit über 200 Zuschauern erreichte mittlerweile Eventcharakter.

Bei der „Ersten“ bewahrheitete sich in der Saison 2013/2014 die Binsenweisheit, dass die zweite Saison schwerer ist als die erste. Die Studenten konnten nicht mehr regelmäßig spielen, wenn Klausuren anstanden. Schwer wog natürlich auch der Ausfall von Sebastian Franz, der sich als bärenstarker Linkshänder bereits im sechsten Saisonspiel so schwer verletzte, dass die Saison für ihn gelaufen war. Mit 15:29 Punkten blieb nur der drittletzte Platz und der Gang in die Landesliga übrig.

Vornehmlich dem Einsatz von Lorenz Kähler war es zu verdanken, dass nach zwei Jahren wieder eine Damenmannschaft ins Rennen geschickt wurde. Gestützt auf die starke und erfahrene Torhüterin Nadine Rehn qualifizierte man sich gleich für die Meisterrunde, wo man den vierten Rang belegte.

Die erste Herrenmannschaft bekam mit Jan-Niklas „Niko“ Richter einen neuen Trainer. Er beerbte Thomas Schmidt, der seinen Posten, rechtzeitig angekündigt, zur Verfügung stellte. Mit neuen Ideen ging die Truppe in die Saison 2014/2015 und hatte das angestrebte Ziel, den Klassenerhalt, frühzeitig geschafft. Zu mehr reichte es aufgrund von Verletzungspech und einer geringen Trainingsbeteiligung der Studenten in der Landesliga nicht.

Angetrieben vom demografischen Wandel, den Rückgang an sportlich aktiven Kindern und damit auch zunehmend weniger werdenden Jugendmannschaften ging die Handballsparte neue Wege bei der Gewinnung des Handballnachwuchses. Es wurden Projektwochen in der Grundschule angeboten und Britta Baar bot im Rahmen der Offenen Ganztagsschule eine „Handball-AG“ an. Zudem wurde die „Heidelberger Ballschule“ in die Büsumer Kindergärten getragen, wo 80 Kinder in den Kindergärten „Spatzennest“ und „Hoppetosse“ unter professioneller Leitung an Ballsport herangeführt werden.

Nach einem Jahr Unterbrechung stand Thomas „Schmiddel“ Schmidt bei der „Ersten“ wieder an der Seitenlinie. Zwar hatte das Team in der Saison 2015/2016 leichte Anlaufschwierigkeiten, aber mit einer grandiosen Rückrunde (bestes Team) wurde die Qualifikation zur veränderten Landesliga (Reduzierung von drei auf zwei Ligen) als Fünfter mit 22:18 Punkten sicher bewältigt. Zwischen 200 und 300 Zuschauern fanden den Weg zu den Heimspielen.

Aktuell spielt die „Erste“ in der zweigeteilten Landesliga und wird versuchen, diese Spielklasse zu halten. Die „Zweite“ und die Damen spielen in der Kreisliga und zumindest die Damen werden versuchen, auf längere Sicht den Sprung in die Kreisoberliga zu bewerkstelligen.

In dieser Spielzeit nehmen 3 Seniorenmannschaften, 7 Jugendmannschaften sowie 2 Minimannschaften am Spielbetrieb teil. Um als Einzelverein weiter gegen die zunehmenden Spielgemeinschaften, andere Sportarten und die allgemein in der Gesellschaft abnehmende Sportbegeisterung bestehen zu können, will die Abteilung mit einem neuen und ganzheitlichen Sponsoring-Konzept gegensteuern. Durch die große finanzielle Unterstützung der Büsumer Geschäftswelt werden die Grundschüler ab diesem Jahr eine verpflichtende Stunde Handball in der Woche unter fachlicher Anleitung erhalten. Dieses Projekt beginnt zunächst in den ersten beiden Klassen und wird dann später auf alle vier Grundschuljahre ausgedehnt. Damit will man einen Gegenpol gegen die Computeraktivitäten oder mangelnde Sportbegeisterung der Eltern setzen. Leider stirbt auch die sportbegeisterte Elterngeneration langsam aus, was leider den gesamten Sportverein TSV Büsum besonders auf der Ebene des Ehrenamtes in der Zukunft treffen dürfte.